Warum sollte ich meine Solarmodule professionell reinigen lassen?
Eine Photovoltaikanlage sollte nicht pauschal gereinigt werden. Eine Reinigung ist dann sinnvoll, wenn sie zu einer nachweisbaren Verbesserung des Energieertrags oder der Lebensdauer eines Moduls führt. Nur so lohnt sie sich sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht.
Produziert Ihre Solaranlage weniger Strom als erwartet, kann dies unter anderem auf Verschmutzungen zurückzuführen sein.
Gewöhnliche Ablagerungen wie Staub oder Pollen führen abhängig von Standort, Dachneigung und Niederschlag häufig nur zu geringen Ertragseinbussen. Bei stärkerer Verschmutzung, beispielsweise durch Vogelkot, Laub, Industrieemissionen, landwirtschaftliche Ablagerungen oder Rückstände aus dem Flugverkehr, können die Ertragsverluste jedoch deutlich höher ausfallen und im Einzelfall bis zu 15 % erreichen.
Moderne Photovoltaikanlagen bestehen aus mehreren in Serie verschalteten Solarmodulen, die zu sogenannten Modulsträngen (Strings) zusammengefasst werden. Wird ein Modul oder einzelne Zellbereiche stark verschmutzt, kann dies den Stromfluss innerhalb des gesamten Modulstrangs beeinflussen. Da sich der Strom in einer Serienschaltung am leistungsschwächsten Modul orientiert, kann bereits eine starke lokale Verschmutzung oder Verschattung die Leistung des betroffenen Moduls und damit auch die Erzeugung des gesamten Strings reduzieren.
Moderne Wechselrichter verfügen über ein sogenanntes Maximum Power Point Tracking (MPP-Tracking), das den optimalen Arbeitspunkt eines Strings kontinuierlich ermittelt und Ertragsverluste teilweise ausgleichen kann. Zusätzlich sind Photovoltaikmodule mit Bypass-Dioden ausgestattet, welche stark verschattete oder verschmutzte Zellbereiche überbrücken und dadurch grössere Leistungsverluste vermeiden.
Diese technischen Schutzmechanismen können die Auswirkungen jedoch nur begrenzt kompensieren. Sind mehrere Zellbereiche oder ganze Module gleichzeitig betroffen, sinkt der Energieertrag der Photovoltaikanlage.
Besonders bei flach geneigten Dächern mit einer Neigung von weniger als etwa 20° reicht der natürliche Selbstreinigungseffekt durch Regen häufig nicht aus. Ablagerungen können sich dort über längere Zeit ansammeln und den Energieertrag beeinträchtigen.
Wie stark sich Verschmutzungen tatsächlich auf den Ertrag auswirken, hängt immer von der Dachneigung, dem Standort, den Umgebungsbedingungen und den Betriebsbedingungen der Photovoltaikanlage ab. Deshalb empfiehlt es sich, den Anlagenzustand regelmässig anhand der Ertragsdaten oder geeigneter Kennzahlen wie der Performance Ratio (PR) zu überprüfen und eine Reinigung nur dann durchzuführen, wenn sie technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

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