Was ist Eigenverbrauch bei Photovoltaik und warum ist er wichtig?
    Grundlagen· 9 Min.

    Was ist Eigenverbrauch bei Photovoltaik und warum ist er wichtig?

    Eigenverbrauch bezeichnet die direkte Nutzung von selbst produziertem Solarstrom. Er ist einer der wichtigsten Faktoren für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage, da jede selbst genutzte Kilowattstunde den Strombezug aus dem öffentlichen Netz reduziert. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Eigenverbrauch für Besitzerinnen und Besitzer von Solaranlagen, aber auch für das Stromnetz eine wichtige Rolle spielt.

    Carlos Lindner
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    Carlos Lindner
    Veröffentlicht ·Aktualisiert ·9 Min. Lesezeit

    • Eigenverbrauch erhöht die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage.
    • Selbst genutzter Solarstrom ist häufig wertvoller als eingespeister Solarstrom.
    • Jede selbst genutzte Kilowattstunde reduziert den Strombezug aus dem öffentlichen Netz.
    • Eigenverbrauch schafft mehr Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen.
    • Hoher Eigenverbrauch verbessert die Planbarkeit der Investition.
    • Hoher Eigenverbrauch kann Netzbelastungen reduzieren.
    • Batteriespeicher, Wärmepumpen und Elektroautos können den Eigenverbrauch erhöhen.
    • Überschüssiger Solarstrom kann heute nicht nur eingespeist, sondern auch lokal geteilt oder verkauft werden.
    • Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV), virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) und lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) schaffen zusätzliche Möglichkeiten für die lokale Nutzung von Solarstrom.

    Wer in eine Photovoltaikanlage investiert, verfolgt meist mehrere Ziele. Einerseits soll die Investition langfristig wirtschaftlich sein und eine Rendite erzielen. Andererseits möchten viele Eigentümerinnen und Eigentümer einen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung leisten. Gleichzeitig gewinnen die Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen, eine höhere Versorgungssicherheit sowie besser planbare Energiekosten zunehmend an Bedeutung.

    Je nach persönlicher Situation stehen diese Ziele unterschiedlich stark im Vordergrund. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass der Eigenverbrauch dabei eine zentrale Rolle spielt. Bei uns wird dies bereits in der Beratung berücksichtigt, damit das Energiesystem später optimal auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer abgestimmt werden kann.

    Fest steht, dass die Energieversorgung der Zukunft zunehmend auf erneuerbaren Energien basieren wird. Gleichzeitig haben die Entwicklungen der vergangenen Jahre gezeigt, wie wichtig eine sichere, stabile und möglichst unabhängige Energieversorgung für Haushalte, Unternehmen und die gesamte Wirtschaft ist.

    Genau hier spielt der Eigenverbrauch eine wichtige Rolle. Wer einen Teil seines Stroms selbst produziert und direkt nutzt, macht sich unabhängiger von zukünftigen Strompreisentwicklungen und schafft mehr Planbarkeit für die eigene Investition. Während Einnahmen aus der Einspeisung ins öffentliche Netz oder aus dem Verkauf von Energie von Marktbedingungen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig sind, kann der selbst genutzte Solarstrom direkt den eigenen Strombezug reduzieren.

    Warum ist Eigenverbrauch für Eigentümerinnen und Eigentümer wichtig?

    Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer stellt eine Photovoltaikanlage eine langfristige Investition dar. Je nach Modulauswahl liegt die erwartete Lebensdauer heute oft zwischen 20 und 40 Jahren. Entsprechend wichtig ist es, dass die Anlage über viele Jahre hinweg einen möglichst hohen Nutzen schafft.

    Genau hier kommt der Eigenverbrauch ins Spiel. Jede Kilowattstunde Solarstrom, die direkt im Gebäude genutzt wird, ersetzt Strom aus dem öffentlichen Netz. Für diesen Netzstrom fallen Strom-, Netz- und Abgabekosten an. Werden diese Kosten durch selbst produzierten Solarstrom ersetzt, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage unmittelbar.

    Dies bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Die Investition wird planbarer. Während Einnahmen aus der Einspeisung oder aus dem Energieverkauf von Marktpreisen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig sein können, bleibt der Nutzen des selbst genutzten Solarstroms direkt im eigenen Gebäude bestehen.

    Steigende Strompreise werden dadurch nicht nur zu einem Risiko, sondern erhöhen gleichzeitig den Wert des selbst produzierten Solarstroms. Vereinfacht gesagt: Je teurer der Strombezug aus dem Netz wird, desto grösser wird häufig die Einsparung durch den Eigenverbrauch.

    Dadurch verbessert sich die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage, die Abhängigkeit von zukünftigen Strompreissteigerungen sinkt und die Investition gewinnt an Sicherheit. Je höher der Eigenverbrauch ausfällt, desto grösser ist in der Regel der direkte Nutzen der Anlage.

    Mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen wird immer mehr Strom dezentral produziert. Besonders an sonnigen Tagen entsteht dabei häufig mehr Energie, als im jeweiligen Gebäude gerade benötigt wird.

    Wird ein grosser Teil dieses Solarstroms direkt vor Ort genutzt, muss weniger Energie über das öffentliche Stromnetz transportiert werden. Dadurch können bestehende Netzinfrastrukturen effizienter genutzt und Netzbelastungen reduziert werden.

    Die lokale Nutzung von Energie gewinnt deshalb nicht nur für Eigentümerinnen und Eigentümer, sondern auch für Netzbetreiber zunehmend an Bedeutung. Je besser Produktion und Verbrauch zusammenpassen, desto effizienter kann das bestehende Stromnetz genutzt werden.

    Der wirtschaftlichste und netzdienlichste Solarstrom ist häufig jener Strom, der dort genutzt wird, wo er produziert wird.

    Nicht jede Kilowattstunde Solarstrom kann unmittelbar genutzt werden. Besonders während sonniger Mittagsstunden entsteht häufig mehr Energie, als im Gebäude gerade benötigt wird.

    Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Kundinnen und Kunden häufig, den Einsatz eines Batteriespeichers zu prüfen. Die Kosten für Batteriespeicher sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Moderne Energiemanagementsysteme können zudem automatisch steuern, wann ein Speicher geladen oder entladen wird. Je nach System werden dabei sogar Wetterprognosen und Strompreise berücksichtigt.

    Kann überschüssiger Strom nicht lokal genutzt oder verkauft werden, wird er grundsätzlich ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dafür erhalten die Betreiberinnen und Betreiber einer Photovoltaikanlage eine Einspeisevergütung. Deren Höhe ist je nach Elektrizitätswerk unterschiedlich und orientiert sich zunehmend an den Marktpreisen.

    Heute bestehen jedoch zusätzliche Möglichkeiten, lokal erzeugte Energie innerhalb einer Region zu nutzen. Über Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV), virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) oder lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) kann überschüssiger Solarstrom an andere Teilnehmende weitergegeben oder verkauft werden, bevor er in übergeordnete Netzebenen fliesst.

    Diese Modelle ermöglichen es, einen grösseren Anteil der lokal erzeugten Energie innerhalb eines Gebäudes, zwischen mehreren Gebäuden oder sogar innerhalb einer Gemeinde zu nutzen.

    Innovationen in diesem Bereich entwickeln sich derzeit sehr schnell. Moderne Batteriespeicher, intelligente Energiemanagementsysteme und neue Energiegemeinschaften eröffnen Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch kaum denkbar waren. Innovation kann richtig Spass machen.

    Während früher vor allem die Einspeisung ins öffentliche Netz im Mittelpunkt stand, rückt heute die lokale Nutzung von Energie zunehmend in den Fokus. Die Planung und das Wissen darüber, welche Möglichkeiten bestehen, werden deshalb immer wichtiger.

    Batteriespeicher, Wärmepumpen, Elektroautos sowie Energiegemeinschaften schaffen neue Möglichkeiten und sollten genutzt werden, um Solarstrom dort zu verbrauchen, wo er produziert wird. Dadurch kann der Eigenverbrauch erhöht und die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz weiter reduziert werden.

    Eigenverbrauch: Einer der wichtigsten Hebel für eine wirtschaftliche Solaranlage

    Eigenverbrauch bedeutet also, selbst produzierten Solarstrom dort zu nutzen, wo er erzeugt wird. Dadurch können Stromkosten reduziert, die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage verbessert und die Abhängigkeit von zukünftigen Strompreisentwicklungen verringert werden.

    Gleichzeitig trägt ein hoher Eigenverbrauch dazu bei, das Stromnetz zu entlasten und lokal erzeugte erneuerbare Energie effizienter zu nutzen. Mit Energiegemeinschaften wie Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV), virtuellen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (vZEV) und lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) entstehen zudem neue Möglichkeiten, Solarstrom über einzelne Gebäude hinaus gemeinsam zu nutzen.

    Nächster Schritt

    Sie planen eine Solaranlage oder möchten bestehende Potenziale besser nutzen?

    Gerne prüfen wir gemeinsam Ihre Ausgangslage und zeigen Ihnen auf, welche Möglichkeiten für Ihre Liegenschaft bestehen.

    Häufige Fragen

    Häufige Fragen zum Eigenverbrauch

    Eigenverbrauch bedeutet, dass Sie den Solarstrom vom eigenen Dach genau dann nutzen, wenn er produziert wird. Läuft beispielsweise mittags die Waschmaschine, die Wärmepumpe oder lädt das Elektroauto, wird dafür zuerst der selbst erzeugte Solarstrom verwendet. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, muss nicht aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen werden und spart dadurch Stromkosten.

    Ein Batteriespeicher verschiebt den Solarstrom zeitlich. Produziert die Photovoltaikanlage am Mittag mehr Strom, als gerade benötigt wird, speichert der Batteriespeicher den Überschuss. Am Abend oder in der Nacht kann dieser Strom wieder genutzt werden, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Dadurch steigt der Eigenverbrauch und ein grösserer Teil des selbst produzierten Solarstroms bleibt im eigenen Gebäude.

    Ein hoher Eigenverbrauch ist einer der wichtigsten Faktoren für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, muss nicht aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen werden.

    Zu den Vorteilen eines hohen Eigenverbrauchs gehören:

    • Tiefere Stromkosten, da weniger Netzstrom bezogen werden muss.
    • Höhere Wirtschaftlichkeit, weil weniger Solarstrom zu schwankenden Marktpreisen eingespeist wird.
    • Mehr Planungssicherheit, da Sie weniger von politischen und regulatorischen Veränderungen abhängig sind. (Anpassung der Einspeisevergütung)
    • Mehr Unabhängigkeit, indem ein grösserer Teil des eigenen Strombedarfs selbst gedeckt wird.

    Gerade mit den neuen Vergütungsmodellen gewinnt der Eigenverbrauch weiter an Bedeutung. Wer möglichst viel des selbst erzeugten Solarstroms lokal nutzt, schafft die Grundlage für einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb seiner Photovoltaikanlage.

    Möchten Sie Ihren Eigenverbrauch erhöhen? Gerne analysieren wir Ihr Energiesystem und zeigen Ihnen auf, wie sich Ihr Eigenverbrauch mit Batteriespeichern, Elektromobilität, Wärmepumpen oder Energiegemeinschaften sinnvoll steigern lässt.

    Der optimale Eigenverbrauch hängt vom Gebäude und dem Verbrauchsverhalten ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Solarstrom direkt genutzt werden kann, desto wirtschaftlicher ist die Anlage.

    Was passiert mit überschüssigem Solarstrom?

    Solarstrom, der im Moment der Produktion nicht direkt im Gebäude genutzt werden kann, geht nicht verloren.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

    • Zwischenspeichern in einem Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen.
    • Lokal nutzen oder verkaufen, beispielsweise an den Nachbar, im Quartier an die Wohngemeinschaft nebenan oder in der Gemeinde.
    • Ins öffentliche Stromnetz einspeisen, wo der Strom zum jeweils geltenden Vergütungssatz vergütet wird.
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