Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage: Wo der finanzielle Nutzen tatsächlich entsteht
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    Wirtschaftlichkeit· 12 Min.

    Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage: Wo der finanzielle Nutzen tatsächlich entsteht

    Viele Menschen fragen sich, wie viel sie heute noch für den Solarstrom erhalten, den sie ins öffentliche Netz einspeisen. Dabei ist die Einspeisevergütung nicht mehr der wichtigste Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage. Wie eine Solaranlage heute wirtschaftlichen Nutzen schafft und welche Entwicklungen künftig wichtig werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Carlos Lindner
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    Carlos Lindner
    Veröffentlicht ·Aktualisiert ·12 Min. Lesezeit

    Wenn Menschen über die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage sprechen, fällt am Stammtisch oft zuerst eine Zahl: die Einspeisevergütung.

    Nicht selten höre ich Aussagen wie: «Eine Solaranlage lohnt sich heute nicht mehr. Für den eingespeisten Strom bekommt man ja sowieso fast nichts mehr.» Die Einspeisevergütung als alleinige Grundlage für die Beurteilung einer Solaranlage zu verwenden, greift jedoch zu kurz. Genau deshalb möchte ich in diesem Beitrag aufzeigen, worauf es bei der Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage tatsächlich ankommt.

    Die Einspeisung ins öffentliche Netz ist nur einer von mehreren Wegen, wie eine Solaranlage wirtschaftlichen Nutzen schafft. Mit den Änderungen, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten, wird die Vergütung von Solarstrom zudem stärker an den tatsächlichen Marktwert gekoppelt. Künftig wird es deshalb noch wichtiger, Strom dann zu nutzen oder zu speichern, wenn die Marktpreise tief sind, und ihn dann einzuspeisen, wenn sein Wert höher ist.

    Wer die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage beurteilen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Einspeisevergütung schauen, sondern das gesamte Energiesystem betrachten. Eigenverbrauch, lokale Stromnutzung, Herkunftsnachweise und neue Vermarktungsmöglichkeiten bestimmen heute einen wesentlichen Teil des wirtschaftlichen Nutzens.

    Wichtig zu wissen

    Neben diesen vier Bausteinen entstehen bereits heute weitere Vermarktungsmöglichkeiten. Dazu zählen Flexibilitätsmärkte, bei denen Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Ladestationen oder andere steuerbare Verbraucher zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Für die Bereitstellung dieser Flexibilität werden Betreiberinnen und Betreiber vergütet.

    Vier Wege, wie eine Solaranlage Wert schafft

    Der wirtschaftliche Nutzen einer Solaranlage entsteht heute über vier zentrale Bausteine: Eigenverbrauch, lokaler Stromverkauf, Einspeisevergütung und Herkunftsnachweise.

    Welcher dieser Bausteine den grössten Beitrag zur Wirtschaftlichkeit leistet, hängt von der Nutzung des Gebäudes, dem Verbrauchsprofil und den technischen Rahmenbedingungen ab. Deshalb lohnt es sich, alle vier Bereiche gemeinsam zu betrachten und nicht nur auf die Einspeisevergütung zu fokussieren.

    Der Eigenverbrauch beschreibt den Anteil des Solarstroms, der direkt im eigenen Gebäude genutzt wird. Jede selbst genutzte Kilowattstunde muss nicht aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen werden. Dadurch lassen sich die Stromkosten direkt reduzieren.

    Nicht jeder Solarstrom muss selbst verbraucht oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), einen virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) oder eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) kann Solarstrom auch an Nachbarn, Mietparteien oder andere Gebäude verkauft werden.

    Mit jeder produzierten Kilowattstunde Solarstrom entsteht ein Herkunftsnachweis (HKN). Dieser bestätigt, dass der Strom aus erneuerbarer Energie stammt und kann unabhängig vom eigentlichen Strom vermarktet werden.

    Solarstrom, der weder selbst genutzt noch lokal verkauft wird, wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dafür erhalten Betreiberinnen und Betreiber einer Solaranlage eine Einspeisevergütung. Deren Höhe richtet sich nach den Vorgaben des lokalen Energieversorgers und zunehmend nach dem Marktwert des Stroms.

    Was bedeutet das in der Praxis für ein Einfamilienhaus:

    Einordnung

    2’226 CHF Einnahmen durch eine Solaranlage

    • Anlage mit 10 kWp installierter Leistung und einem spezifischen Energieertrag von 976 kWh/kWp·a = 9’760 kWh Jahresproduktion
    • Batteriespeicher mit 10 kWh nutzbarer Speicherkapazität
    • Energie für die Mobilität: 0.20 kWh/km × 9’578 km pro Jahr im Inland (BFS, ARE – Mikrozensus Mobilität und Verkehr) = 1’916 kWh
    • Laden des Elektroautos möglichst zu Hause mit Solarstrom
    • Elektrischer Energiebedarf für Heizung und Warmwasser mit einer Wärmepumpe: 105 kWh/m² EBF·a × 130 m² = 13’650 kWh Wärmeenergie pro Jahr ÷ Jahresarbeitszahl 3.0 = 4’550 kWh Strom pro Jahr
    • Energiebedarf für Haushaltsstrom (Beleuchtung, Kochen, Geräte etc.): 25 kWh/m² EBF·a × 130 m² = 3’250 kWh
    • Energieverbrauch total = 9’716 kWh pro Jahr
    • Gemäss der Methodik von Volker Quaschning ergibt sich ein Eigenverbrauchsanteil von rund 60 % mit 1.03 kWp pro MWh und 1.03 kWh pro MWh
    • Mehr dazu im Artikel: «Wie viel Eigenverbrauch ist bei einer Solaranlage realistisch?»
    • Tarif für den Netzbezug: 27.81 Rp./kWh (angelehnt an den Einheitstarif der Stadtwerke Winterthur 2026)
    • Konditionen innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (bewusst abnehmerfreundlich ausgestaltet und damit eher nachteilig für Anlagenbesitzerinnen und Anlagenbesitzer): Einnahmen aus dem Energieverkauf von 14.59 Rp./kWh abzüglich einer Dienstleistungsgebühr von 2 Rp./kWh.
    • Erwartete Vermarktung innerhalb der lokalen Elektrizitätsgemeinschaft: 30 % der produzierten Energie
    • Konditionen bei der Netzeinspeisung: Minimalvergütung von 6 Rp./kWh bei einer Photovoltaikanlage mit 10 kWp installierter Leistung mehr Informationen im Artikel «Wie wird die Minimalvergütung für Solarstrom in der Schweiz berechnet?»).
    • Einnahmen aus Herkunftsnachweisen: 2.5 Rp./kWh für Solarstrom, der selbst genutzt, innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft vermarktet oder zum Marktpreis verkauft wird.

    Verwendung des erzeugten Solarstroms im Einfamilienhaus

    Balkendiagramm zur Verwendung des erzeugten Solarstroms eines Einfamilienhauses. 60 % des Solarstroms werden direkt im Gebäude genutzt, 30 % innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft vermarktet und 10 % ins öffentliche Stromnetz eingespeist.
    Abbildung 1·Balkendiagramm zur Verwendung des erzeugten Solarstroms eines Einfamilienhauses. 60 % des Solarstroms werden direkt im Gebäude genutzt, 30 % innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft vermarktet und 10 % ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

    Von den jährlich erzeugten 9’760 kWh Solarstrom werden rund 60 % direkt im Gebäude genutzt. Weitere 30 % werden innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft vermarktet. Lediglich 10 % werden ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

    Wirtschaftlicher Nutzen des erzeugten Solarstroms

    Zusammensetzung des jährlichen wirtschaftlichen Nutzens einer Photovoltaikanlage. Der grösste Anteil entsteht durch vermiedene Strombezugskosten, gefolgt von der Vermarktung innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft sowie Erlösen aus Herkunftsnachweisen und der Netzeinspeisung.
    Abbildung 2·Zusammensetzung des jährlichen wirtschaftlichen Nutzens einer Photovoltaikanlage. Der grösste Anteil entsteht durch vermiedene Strombezugskosten, gefolgt von der Vermarktung innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft sowie Erlösen aus Herkunftsnachweisen und der Netzeinspeisung.

    Der grösste wirtschaftliche Nutzen entsteht durch den direkten Verbrauch des Solarstroms im Gebäude. Dadurch können jährlich rund 1’628 CHF Stromkosten eingespart werden, was 73 % des Gesamtnutzens entspricht. Weitere 369 CHF werden durch die Vermarktung von Solarstrom innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft erzielt. Zusätzlich entstehen 170 CHF Einnahmen aus Herkunftsnachweisen sowie 59 CHF aus der Netzeinspeisung.

    Was bedeutet das in der Praxis für ein Mehrfamilienhaus:

    Einordnung

    8'251 CHF Einnahmen durch eine Solaranlage

    • Anlage mit 40 kWp installierter Leistung und einem spezifischen Energieertrag von 927 kWh/kWp·a = 37’080 kWh Jahresproduktion
    • Batteriespeicher mit 40 kWh nutzbarer Speicherkapazität
    • Energie für die Mobilität: Total 10 Fahrzeuge, davon 5 elektrisch, wobei 3 Fahrzeuge regelmässig in der Garage geladen werden können, mit 0.20 kWh/km × 9’578 km pro Jahr im Inland (BFS, ARE – Mikrozensus Mobilität und Verkehr) = 5’748 kWh
    • 10 Wohnungen mit 3.5 Zimmern und durchschnittlich 85 m² Energiebezugsfläche (EBF) = 850 m² EBF
    • Elektrischer Energiebedarf für Heizung und Warmwasser mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe: 90 kWh/m² EBF·a × 850 m² = 76’500 kWh Wärmeenergie pro Jahr. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3.2 ergibt sich ein Stromverbrauch von 23’906 kWh pro Jahr.
    • Energiebedarf für Haushaltsstrom (Beleuchtung, Kochen, Geräte etc.): 25 kWh/m² EBF·a × 850 m² = 21’250 kWh
    • Energieverbrauch total = 50’904 kWh pro Jahr (23’906 kWh Wärmepumpe + 21’250 kWh Haushaltsstrom + 5’748 kWh Elektromobilität)
    • Gemäss der Methodik von Volker Quaschning ergibt sich ein Eigenverbrauchsanteil von rund 65 % mit 0.79 kWp pro MWh und 0.79 kWh pro MWh
    • Mehr dazu im Artikel: «Wie viel Eigenverbrauch ist bei einer Solaranlage realistisch?»
    • Damit der Eigenverbrauch genutzt werden kann, wird im Gebäude das Praxismodell der Stadtwerke Winterthur umgesetzt. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Eigenverbrauchsgemeinschaft (vEVG), welche ähnlich wie ein virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) funktioniert.
    • Der lokal produzierte Solarstrom wird dabei vorrangig innerhalb des Gebäudes an die Bewohnerinnen und Bewohner verkauft.
    • Tarif für den Netzbezug: 27.81 Rp./kWh (angelehnt an den Einheitstarif der Stadtwerke Winterthur 2026)
    • Konditionen für die virtuelle Eigenverbrauchsgemeinschaft (vEVG): 27.81 Rp./kWh (angelehnt an den Einheitstarif der Stadtwerke Winterthur 2026) abzüglich einer Dienstleistungsgebühr von 2 Rp./kWh
    • Es werden somit 65 % der produzierten Energie innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft (vEVG) vermarktet.
    • Erwartete Vermarktung innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG): 25 % der produzierten Energie
    • Konditionen innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) (bewusst abnehmerfreundlich ausgestaltet und damit eher nachteilig für Anlagenbesitzerinnen und Anlagenbesitzer): Einnahmen aus dem Energieverkauf von 14.59 Rp./kWh abzüglich einer Dienstleistungsgebühr von 2 Rp./kWh
    • Konditionen bei der Netzeinspeisung: Minimalvergütung von 6 Rp./kWh bei einer Photovoltaikanlage mit bis zu 30 kWp installierter Leistung und 4.5 Rp./kWh bei Anlagen mit 40 kWp | mehr Informationen im Artikel «Wie wird die Minimalvergütung für Solarstrom in der Schweiz berechnet?»).
    • Einnahmen aus Herkunftsnachweisen: 2.5 Rp./kWh für Solarstrom, der innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft (vEVG) genutzt oder zur Minimalvergütung ins öffentliche Netz eingespeist wird.

    Verwendung des erzeugten Solarstroms im Mehrfamilienhaus

    Balkendiagramm zur Verwendung des erzeugten Solarstroms eines Mehrfamilienhauses mit einer 40 kWp Photovoltaikanlage. Von den jährlich produzierten 37’080 kWh Solarstrom werden 24’102 kWh (65 %) innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft genutzt, 9’270 kWh (25 %) innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft vermarktet und 3’708 kWh (10 %) ins öffentliche Stromnetz eingespeist.
    Abbildung 3·Balkendiagramm zur Verwendung des erzeugten Solarstroms eines Mehrfamilienhauses mit einer 40 kWp Photovoltaikanlage. Von den jährlich produzierten 37’080 kWh Solarstrom werden 24’102 kWh (65 %) innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft genutzt, 9’270 kWh (25 %) innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft vermarktet und 3’708 kWh (10 %) ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

    Von den jährlich erzeugten 37'080 kWh Solarstrom werden rund 65 % direkt im Gebäude genutzt. Weitere 25 % werden innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft vermarktet. Lediglich 10 % werden ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

    Balkendiagramm zur Zusammensetzung des jährlichen wirtschaftlichen Nutzens einer Photovoltaikanlage auf einem Mehrfamilienhaus. Der grösste Anteil entsteht durch den Verkauf des Solarstroms innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft. Weitere Erträge ergeben sich durch die Vermarktung innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft, den Verkauf von Herkunftsnachweisen sowie die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Stromnetz.
    Abbildung 4·Balkendiagramm zur Zusammensetzung des jährlichen wirtschaftlichen Nutzens einer Photovoltaikanlage auf einem Mehrfamilienhaus. Der grösste Anteil entsteht durch den Verkauf des Solarstroms innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft. Weitere Erträge ergeben sich durch die Vermarktung innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft, den Verkauf von Herkunftsnachweisen sowie die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Stromnetz.

    Der grösste wirtschaftliche Nutzen entsteht durch den Verkauf des Solarstroms innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft. Dadurch werden jährlich rund 6’221 CHF erzielt, was 75 % des Gesamtnutzens entspricht. Weitere 1’167 CHF stammen aus der Vermarktung innerhalb einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft. Zusätzlich entstehen 603 CHF Einnahmen aus Herkunftsnachweisen für den innerhalb der virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaft genutzten Solarstrom sowie 260 CHF aus der Netzeinspeisung und den dazugehörigen Herkunftsnachweisen.

    Beratung

    Sie planen eine Solaranlage?

    Die Wirtschaftlichkeit hängt von weit mehr ab als nur von der Einspeisevergütung. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten sich für Ihr Gebäude ergeben und wie Sie das Potenzial Ihrer Dachfläche optimal nutzen.

    Häufige Fragen

    Häufige Fragen

    Ja. Die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage hängt heute nicht mehr nur von der Einspeisevergütung ab. Der grösste finanzielle Nutzen entsteht häufig durch den Eigenverbrauch, also die direkte Nutzung des Solarstroms im eigenen Gebäude. Je nach Gebäudetyp, Verbrauchsprofil und Strompreis liegen typische Amortisationszeiten heute oft zwischen 3 und 9 Jahren. Je höher der Eigenverbrauch und die lokale Nutzung oder Vermarktung des Solarstroms, desto schneller amortisiert sich die Investition.

    In den meisten Fällen ist der Eigenverbrauch der wichtigste wirtschaftliche Hebel einer Solaranlage. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom, der sonst vom Elektrizitätswerk bezogen werden müsste. Da der Netzbezugspreis in der Regel höher ist als die Einspeisevergütung, erzielt selbst genutzter Solarstrom den grösseren wirtschaftlichen Nutzen.

    Eine Ausnahme besteht dann, wenn die Einspeisevergütung höher ist als der Strompreis für den Netzbezug.

    Ja. In der Schweiz gibt es dafür mehrere Modelle: den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) innerhalb eines Gebäudes, den virtuellen Zusammenschluss (vZEV) über mehrere Gebäude hinweg und die lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) auf Quartiers- oder Gemeindeebene.

    Herkunftsnachweise (HKN) sind ein gesetzlich geregelter Nachweis dafür, dass Strom aus erneuerbarer Energie stammt. Sie entstehen automatisch zu Ihrem Solarstrom und können zusätzlich vermarktet werden.

    Für viele Betreiberinnen und Betreiber sind Herkunftsnachweise eine bisher wenig genutzte Einnahmequelle, da die Vermarktung oft nicht aktiv angemeldet wird. Je nach Energieversorger und Marktsituation können dadurch zusätzliche Einnahmen von bis zu rund 3 Rappen pro Kilowattstunde erzielt werden.

    Ja. Mit der stärkeren Orientierung der Einspeisevergütung am tatsächlichen Spotmarktpreis können künftig zeitweise sehr tiefe oder sogar negative Strompreise auftreten. Dadurch wird die Einspeisung von überschüssigem Solarstrom in diesen Stunden wirtschaftlich deutlich weniger attraktiv. Kleinere Photovoltaikanlagen werden durch die Differenzvergütung zunächst teilweise vor diesen Preisschwankungen geschützt.

    Die Differenzvergütung orientiert sich an einer Referenzanlage und wird regelmässig überprüft. Langfristig schafft dieses System Anreize, Photovoltaikanlagen zu optimieren, den Eigenverbrauch zu erhöhen und Technologien wie Batteriespeicher oder Energiemanagementsysteme einzusetzen.

    Deshalb gewinnen der Eigenverbrauch und die lokale Nutzung von Solarstrom zunehmend an Bedeutung. Wer möglichst viel Solarstrom direkt nutzt, in einem Batteriespeicher zwischenspeichert oder innerhalb einer Energiegemeinschaft lokal verkauft, macht sich unabhängiger von schwankenden Marktpreisen, verbessert die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage und entlastet gleichzeitig das Stromnetz.

    Mehr Informationen zur neuen Differenzvergütung finden Sie in unserem Artikel «Wie funktioniert die Differenzvergütung ab dem 1. Januar 2027?⁠».

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