
Wie viel bekomme ich eigentlich noch für meinen Solarstrom?
Wie viel Sie für Ihren Solarstrom erhalten, hängt heute von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht mehr mit einem einzigen Vergütungssatz beantworten. Mit den Änderungen per 1. Januar 2027 wird das Vergütungssystem noch stärker vom Strommarkt abhängig und damit komplexer. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Vergütung heute funktioniert, was sich 2027 verändert und wie Sie möglichst viel aus Ihrer Solaranlage herausholen können.

Die Frage, wie viel man für eingespeisten Solarstrom erhält, lässt sich heute nicht mehr mit einem einzigen Vergütungssatz beantworten. Je nach Netzbetreiber und Anlagengrösse fällt die Vergütung für eingespeisten Solarstrom unterschiedlich aus.
Wie viel Sie im Jahr 2026 für überschüssigen Solarstrom erhalten, den Sie weder selbst nutzen noch innerhalb Ihres Quartiers oder Ihrer Gemeinde vermarkten, erläutere ich im Artikel «Wie funktioniert die Vergütung von Solarstrom nach dem quartalsweise gemittelten Referenzmarktpreis?».
Gleichzeitig verändert sich das Vergütungssystem im kommenden Jahr erneut grundlegend. Der Bundesrat hat am 27. Mai 2026 beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr der quartalsweise Referenzmarktpreis, sondern der stündliche Spotmarktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung massgebend sein soll. Dadurch wird die Vergütung stärker vom tatsächlichen Strommarkt abhängig.
Was diese Änderungen im Detail bedeuten, erläutere ich im Artikel «Was verändert sich bei der Vergütung von Solarstrom am 1. Januar 2027 in der Schweiz?».
Für kleinere Photovoltaikanlagen bleibt zwar weiterhin eine gesetzliche Minimalvergütung bestehen. Wie hoch diese Minimalvergütung ausfällt und wie sie berechnet wird, erläutere ich im Artikel «Wie wird die Minimalvergütung für Solarstrom in der Schweiz berechnet?».
Künftig funktioniert die Minimalvergütung jedoch nicht mehr als fixer Vergütungssatz, sondern als eine rückwirkende Differenzvergütung. Zudem soll die Höhe dieser Differenzvergütung von einer sogenannten Referenzanlage beeinflusst werden. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass Anlagen, die ihren Eigenverbrauch optimieren, Batteriespeicher einsetzen oder ihre Einspeisung aktiv steuern, langfristig voraussichtlich wirtschaftliche Vorteile erzielen werden.
Die genauen Berechnungsgrundlagen sind derzeit noch nicht abschliessend definiert. Trotzdem habe ich versucht, die geplante Funktionsweise in einem separaten Artikel verständlich zu erläutern: «Wie funktioniert die Differenzvergütung bei Solarstrom ab dem 1. Januar 2027 in der Schweiz?».
Wie viel Sie durch den lokalen Verkauf Ihres Solarstroms verdienen können, erläutere ich im Artikel «Wie viel verdiene ich mit dem lokalen Verkauf von Solarstrom?». Wer sich vertieft mit der Frage beschäftigen möchte, warum die lokale Nutzung von Strom sowohl wirtschaftlich als auch aus Sicht des Energiesystems sinnvoll ist, findet dazu einen eigenen Beitrag: «Warum sollten wir Strom lokal nutzen?».
In diesem Beitrag möchte ich bewusst einen einfacheren Weg wählen. Die Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel basieren auf Erfahrungen aus der Planung und Analyse von Photovoltaikanlagen, den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie den Entwicklungen, die sich heute und voraussichtlich auch künftig im Schweizer Strommarkt abzeichnen.
Wenn Sie sich vertieft mit einzelnen Themen befassen möchten, finden Sie in den verlinkten Fachartikeln weiterführende Informationen und detaillierte Erklärungen. Im nachfolgenden Video habe ich versucht, die wichtigsten Zusammenhänge einfach und verständlich einzuordnen.
Video mit Erklärungen zu den aktuellen Veränderungen und deren Auswirkungen

Meine Empfehlungen für Sie
- Solarstrom selbst nutzen Der einfachste und wirkungsvollste Schritt: Den eigenen Strom möglichst direkt nutzen. Ob für Haushaltsgeräte, die Wärmepumpe oder das Elektroauto. Ein Energiemanagementsystem kann dabei helfen, den Eigenverbrauch intelligent zu steuern.
- Energie lokal speichern Mit einem Batteriespeicher lässt sich Solarstrom vom Tag in den Abend oder in die Nacht verschieben. So steigt der Eigenverbrauch, und der Bezug aus dem Netz sinkt.
- Strom lokal verkaufen Überschüssiger Strom muss nicht ins Netz fliessen. Über Energiegemeinschaften wie den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), den virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) oder die lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) kann er direkt an Nachbarn oder innerhalb eines Quartiers vermarktet werden. Das entlastet das Stromnetz und hält die Wertschöpfung vor Ort. Einen Überblick über die verschiedenen Modelle bietet der Beitrag Wie können wir lokal produzierten Strom gemeinsam nutzen?.
- Überschüsse ins Netz einspeisen Was weder genutzt, gespeichert noch lokal verkauft werden kann, fliesst ins Netz und wird zum Marktpreis vergütet.
- Für die Zukunft: Winterstrom mitdenken Bei der Planung neuer Solaranlagen lohnt es sich, nicht nur auf maximale Jahresproduktion zu achten. Anlagen können auch so ausgelegt werden, dass sie in den Wintermonaten mehr Strom liefern, wenn Energie besonders wertvoll ist.
Sie möchten wissen, welche Möglichkeiten Ihre Liegenschaft bietet?
Jede Ausgangslage ist anders. Für eine erste Einschätzung erstellen wir Ihnen gerne einen unverbindlichen Richtpreis. Für eine detaillierte Beurteilung analysieren wir Ihre Situation im Rahmen einer Erstberatung und erarbeiten auf eine individuelle Offerte.
Fragen die oft gestellt werden
Die Vergütung für eingespeisten Solarstrom orientiert sich heute am Marktpreis. Aktuell wird dafür der quartalsweise gemittelte Referenzmarktpreis verwendet. Einzelne Gemeinden und Energieversorger wenden weiterhin feste Einspeisetarife an.
Ja. Ab dem 1. Januar 2027 soll nicht mehr der quartalsweise Referenzmarktpreis, sondern der stündliche Spotmarktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung massgebend sein. Die aktuellen Spotmarktpreise können auf Energy-Charts eingesehen werden.
Ja. Einige Gemeinden und Energieversorger bieten weiterhin feste Einspeisetarife an. Dadurch können die Vergütungen je nach Region unterschiedlich ausfallen.
Nein. Der grösste wirtschaftliche Vorteil einer Solaranlage entsteht heute – und künftig noch stärker – durch den Eigenverbrauch. Mit einer passenden Planung und einer sinnvollen Nutzung des erzeugten Solarstroms können Photovoltaikanlagen auch ohne hohe Einspeisevergütungen wirtschaftlich betrieben werden.
Im Sommer produzieren viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig Strom, insbesondere während der Mittagsstunden. Dadurch entsteht zeitweise ein Überangebot an Strom, während die Nachfrage nicht im gleichen Mass ansteigt. Die Folge sind sinkende Marktpreise, die in einzelnen Stunden sogar negativ werden können.
Mit dem weiteren Ausbau der Solarenergie dürfte sich dieser Effekt künftig verstärken. In der Energiewirtschaft wird dieses Phänomen als Kannibalisierungseffekt bezeichnet. Gemeint ist damit, dass zusätzliche Photovoltaikanlagen den Marktwert von Solarstrom senken, weil immer mehr Anlagen zur gleichen Zeit Strom produzieren und dadurch das Angebot erhöhen.
Ja. Je höher der Strompreis, desto wertvoller wird jede selbst genutzte Kilowattstunde Solarstrom. Der Eigenverbrauch ersetzt Strom aus dem Netz und reduziert dadurch die Energiekosten.